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Interview mit Axel Benecke | Faszientool Physioblade

Clap Tzu: Hallo Axel. Schön Dich mal wieder zu sprechen. Heute geht es ausnahmsweise mal nicht um einen "Let's Dance-Einsatz" oder eine Mannschaftsbetreuung. Heute wollen wir Dich in Deiner Funktion als Erfinder kennenlernen.

Axel Benecke:

Hallo. Let’s Dance steht kurz vor dem Finale, die Saison der Cheerleader ist auch fast zu Ende. Ich freue mich auch mal was anderes berichten zu können.

Clap Tzu: Seit einiger Zeit haben wir das von Dir entwickelte Prime Physioblade Faszientool in unserem Sortiment. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Axel Benecke: Um ehrlich zu sein war das ganze zuerst eine Spinnerei.
Seit einiger Zeit gibt es ja verschiedene Tools, die meist aus den USA kommen, für die Bearbeitung der Faszien. Ich stellte mir die Frage, ob man sowas nicht auch machen könnte. Meistens sind es Sets aus mehreren Tools und sie waren sehr teuer, wenn überhaupt zu bekommen. Mein Lieferant Nigel Kaufman gab mir 2014 ein Tool aus Kanada und fragte mich nach meiner Meinung. Es war schon ziemlich gut aber ich hatte an der einen oder anderen Stelle etwas auszusetzen. Der Einsatz war aber eine echte Erleichterung und es wurde zu meinem ständigen Therapiebegleiter.
Für meine Praxis und die Außeneinsätze komme ich mit nur einem Tool aber nicht sehr weit. Die Preise haben mich aber etwas abgeschreckt, also habe ich andere Tools gesucht. Aber immer das Gleiche: Diese Ecke ist super aber der Rest passt mir nicht. Also dachte ich darüber nach, die Vorteile verschiedener Tools zusammenzuführen. Dazu kommt noch, dass ich es für mich günstiger machen wollte. Das es jetzt sogar bei Kollegen zum Einsatz kommt ist natürlich auch sehr schön.

faszien-instrument-physioblade-im-einsatz

Clap Tzu: Wie verlief die Entwicklung genau? Klassisch mit einer Skizze auf einer Serviette?

Axel Benecke: Tatsächlich mit groben Skizzen, wobei ich nicht in einer Kneipe gesessen habe, sondern zwischen meinen Patienten schnell was aufgeschrieben oder „hingekritzelt“ habe. Danach habe ich mich gezielt an den Schreibtisch gesetzt und daran gefeilt. Es gab natürlich diverse Varianten die verworfen wurden. Irgendwann kam grob die Form heraus, die wir jetzt haben.

Ein guter Freund machte dann die erste Umsetzung auf dem Rechner. Leider kam das Ganze dann etwas ins stocken, weil die Gesundheit meines Freundes nicht kooperativ war. (Es geht ihm aber wieder gut!) Jetzt fing es an Geld zu kosten, da ich jemanden finden musste, der mir bei der technischen Umsetzung und den Prototypen half. Es gibt ja für alles jemanden…
Gesagt getan und zwei Monate später kam der ersten greifbare Entwurf aus dem 3D-Drucker. Leider war der so nicht brauchbar und deswegen mussten einige Änderungen vorgenommen werden. Der 2. Versuch war dann schon der richtige, allerdings nur aus Plastik. Ich wollte aber Stahl…

Clap Tzu: War es denn sehr schwer, einen Partner für die Umsetzung und Produktion zu finden?

Axel Benecke: Glücklicherweise hat Nigel Kontakt zu verschiedenen Herstellern und dabei auch jemanden gefunden, der auch einen Preis aufruft, der stemmbar ist. Natürlich hat es sich zeitlich hingezogen und auch immer wieder verzögert, bis ich das erste Prime Physioblade in der Hand hielt.

Clap Tzu: Wie ist denn so das Feedback bei Kollegen, denen Du das Tool zum ersten Mal zeigst?

Axel Benecke: Durchweg positiv. Besonders wird die Kompaktheit eines All-In-One-Tools hervorgehoben. Wenn dann die Sprache auf den Preis kommt, sind die Kollegen eigentlich immer überrascht. Das führt natürlich auch dazu, dass man es eher mal testet als bei den Preisen der anderen Anbieter. Es handelt sich ja um ein Hilfsmittel für den Therapeuten und wird nicht extra bezahlt.

Clap Tzu: Die instrumentengestützte Faszientherapie wird mehr und mehr Thema in vielen Physiopraxen. Was sind Deiner Meinung nach die Vorteile oder eklatanten Unterschiede zu anderen Tools?

Axel Benecke: Ich denke das ganze Thema Faszien ist nicht neu und wir arbeiten schon seit Jahrzehnten damit. In der letzten Zeit wird es halt wissenschaftlich aufbereitet und thematisiert. Für mich liegt der Unterschied zu den meisten Tools in der Tatsache, dass ich nur ein Tool brauche und verschiedene Radien habe, mit denen ich das betroffene Gebiet optimal erreichen kann. Ich habe zwei verschiedene Kanten erarbeitet, durch die es möglich ist, sowohl oberflächlich, als auch in der Tiefe zu arbeiten. In der Regel hat man nur eine Kante mit einem entsprechenden Winkel.
Es ist klein, kompakt und günstig. Es gibt also keinen Grund es nicht in die Therapie einzubauen. Und wenn man es in der Tasche hat, kann man es auch schnell herausholen. Den Koffer der Sets holt man aus Bequemlichkeit und Zeitgründen nicht noch während der Therapie aus dem Schrank. Natürlich haben wir jahrzehntelang auch ohne Tools gearbeitet. Mit dem Physioblade geht es schonender für den Therapeuten und effektiver für den Patienten.

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Clap Tzu: Bei welchen Indikationen oder Beschwerden ist das Physioblade die erste Wahl für Dich in Deiner Praxis?

Axel Benecke: Bei mir kommt das Blade bei annähernd allen Störungen der Faszien / des Bindegewebes zum Einsatz. Verklebungen innerhalb der Gewebsschichten kommen ja sehr häufig vor und können auch noch nach Jahren gelöst und positiv verändert werden. Sportler mit alten Muskelveretzungen, alte Operationsnarben und alte Hämatome hinterlassen ihre Spuren. Die Störungen stellen sich teilweise erst viel später dar. Ein besonderes Gebiet ist im Bereich der Atemtherapie, bei Asthmatikern und Allergikern zu finden. Grade die Atemhilfsmuskulatur ist oft so angegriffen, dass eine Behandlung mit dem Blade zu einer massiven Erleichterung führt. Überlastete Muskulatur reagiert sehr positiv auf die Behandlungen mit dem Physioblade. Ob Rückenstrecker, Trapezmuskel oder hinterer Oberschenkel, es kommt zu einem massiven Anstieg des lokalen Stoffwechsels und die Verklebungen werden gelöst. Durch den erhöhten Stoffwechsel ist ein Abtransport der unphysiologischen Bestandteile möglich.

Clap Tzu: Ich denke, dass das für viele unserer Kunden durchaus interessant sein könnte. Die Kompaktheit des Tools sowie der Umstand, dass es nur ein Tool ist, welches man permanent parat haben kann und der im Vergleich sehr günstige Preis sorgen dafür, dass auch Physiotherapeuten, die sich noch nicht ganz über die  Wichtigkeit von Faszienarbeit im klaren sind, hier eher zu einem Ausprobieren zu bewegen sind.

Es war nett sich mal wieder mit Dir auszutauschen. Axel, ich danke Dir für das Gespräch und sage: "Bis zum nächsten Mal!"

Axel Benecke: Vielen Dank und bis bald!

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